Stellungnahmen und Interviews

Lesen Sie auf dieser Seite  – in chronologischer Reihenfolge – offizielle Stellungnahmen und Interviews mit Vertretern der katholischen Kirche in Deutschland zum Thema des sexuellen Missbrauchs (Auswahl).

Ständiger Rat berät weiteres Vorgehen zu den Ergebnissen der MHG-Studie

Der Ständige Rat hat sich auf seiner heutigen Sitzung (20. November 2018) mit den Konsequenzen aus der Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ (MHG-Studie) befasst und das weitere Vorgehen zur Abschlusserklärung der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz erörtert.
Pressemitteilung vom 20. November 2018

Kardinal Marx: „Stunde der Wahrheit“ für die Kirche

„Hier ist ein Weckruf an uns ergangen, den wir nicht beschwichtigen und relativieren sollten“

München, 18. November 2018. Im Münchner Liebfrauendom hat Kardinal Reinhard Marx einen Gottesdienst anlässlich des Gedenktags für Opfer sexuellen Missbrauchs gehalten und sich dabei dankbar gezeigt, dass für die Kirche die „Stunde der Wahrheit“ gekommen sei. „Wir dürfen den Betroffenen, den Opfern, dankbar sein, dass sie sich geäußert haben, dass sie sprechen, oft nach Jahrzehnten, was schmerzhaft ist für viele von ihnen“, sagte der Erzbischof von München und Freising in seiner Predigt am Sonntag, 18. November. „Wir dürfen auch den Medien dankbar sein, wir dürfen dafür dankbar sein, dass die Aufmerksamkeit gewachsen ist für dieses manchmal verschwiegene, verborgene, verheimlichte Unrecht, für diese Gewalt, die vielen Menschen weltweit angetan wurde und wird.“

Es sei gut, dass der sexuelle Missbrauch im Raum der Kirche „in Wahrhaftigkeit sichtbar wird und wir Verantwortung übernehmen müssen, der wir nicht ausweichen dürfen. Die Stunde der Wahrheit eben, die wir annehmen und die wir aufgreifen müssen, in besonderer Weise natürlich die Verantwortungsträger in der Kirche“, so Kardinal Marx: „Endlich wird offenbar, was geschieht, und es wird darüber gesprochen, und es wird nach Heilung gesucht, nach Prävention, nach Überwindung.“

„Wir haben versagt“, betonte der Erzbischof. „Wir haben versagt, und wir waren wie in einem Verblendungszusammenhang: nicht hinsehen wollen, nicht wahrhaben wollen, was geschieht, es kleinreden, es nicht anhören, all das ist immer wieder geschehen. Und damit muss Schluss sein! Das ist eine Verantwortung der ganzen Kirche, besonders der Bischöfe und Priester und der Verantwortlichen, aufmerksam zu sein und nie wieder zuzulassen, dass übersehen wird, nicht hingehört wird, vertuscht und verschwiegen wird.“

Die Kirche werde an ihrem Handeln gemessen werden. Dazu gehöre „ein wahrhaftiger Blick zurück: Was ist geschehen? Worauf haben die Betroffenen einen Anspruch? Welche Verantwortlichkeiten können wir benennen?“, sagte Kardinal Marx. „Und der Blick nach vorn: Was in den vergangenen Jahren geschehen ist in unserer Präventionsarbeit, ist schon ein Schritt nach vorne, aber es muss noch vertieft werden, noch intensiver werden.“ Es gehe aber auch darum, so der Erzbischof, „dass wir lernen müssen, anders Kirche zu sein, transparenter, offener, nicht in geschlossenen Kreisen, nicht die einen gegen die anderen, sondern im Miteinander, im Lernen von der Welt.“ Kirche brauche „die Gesellschaft, die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die kritische Begleitung der Öffentlichkeit“, um diesen Weg zu gehen. „Wir dürfen nicht nachlassen und wieder in den alten Trott verfallen!“, mahnte Kardinal Marx. „Wir müssen wirklich sehen: Hier ist ein Weckruf an uns ergangen, den wir nicht beschwichtigen und relativieren sollten.“

Der Gedenktag für Opfer sexuellen Missbrauchs geht auf eine Anregung von Papst Franziskus zurück, der um die Einrichtung eines „Tages des Gebetes und der Buße für die Opfer sexuellen Missbrauchs“ gebeten hatte. Er wird in den deutschen Bistümern in den Tagen um den 18. November begangen, der zugleich „Europäischer Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch“ ist. Der Gottesdienst und das Gebet für die Opfer ergänzen die vielfältigen Aktivitäten des Erzbistums München und Freising in der Aufarbeitung und Prävention sexuellen Missbrauchs, die unter www.erzbistum-muenchen.de/im-blick/missbrauch-und-praevention dokumentiert sind. (gob)

Bischof Stephan Ackermann: Aufrüttelndes Schreiben, das zur Erneuerung aufruft

Zum Brief von Papst Franziskus zum Thema sexueller Missbrauch

Papst Franziskus hat am 20. August 2018 einen „Brief an das Volk Gottes“ geschrieben, der im Vatikan veröffentlicht wurde. Darin bezieht der Papst Stellung zum Thema sexueller Missbrauch. Der Beauftragte für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes, Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), erklärt dazu:
Anlass des Papstschreibens ist der Bericht, der die Fälle von sexuellem Missbrauch in sechs Diözesen im US-amerikanischen Bundesstaat Pennsylvania aus den vergangenen 70 Jahren beschreibt. Erneut bringt Papst Franziskus seine Scham und seine Trauer über diese Verbrechen zum Ausdruck. Mit seinem Schreiben will der Papst sicher auch ein eindeutiges Zeichen setzen, bevor er am kommenden Samstag zum Weltfamilientreffen nach Dublin aufbricht. Denn er wird dem Thema der sexuellen Gewalt in der Kirche auch dort wieder begegnen. Der Papst macht in seinem Schreiben unmissverständlich klar, dass er an der Seite der Opfer und ihrer Familien steht und er sich mit der ganzen Autorität seines Amtes dafür einsetzt, „dass sich solche Situationen nicht nur nicht wiederholen, sondern auch keinen Raum finden, wo sie versteckt überleben könnten.“ (...)

Pressebericht von Erzbischof Dr. Robert Zollitsch bei der Abschlusspressekonferenz der Frühjahrs-Vollversammlung

Die Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz ist am 21. Februar 2013 in Trier zu Ende gegangen. Seit Montag, dem 18. Februar 2013, haben die Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz über vielfältige aktuelle Fragen beraten, unter anderem über die Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs Minderjähriger im kirchlichen Bereich. Wir dokumentieren nachfolgend den Pressebericht des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, sowie als Auszug den Punkt 5 aus dem Pressebericht "Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs Minderjähriger im kirchlichen Bereich".

  • Pressebericht vom 21. Februar 2013
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  • Auszug Punkt 5 des Presseberichtes: Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs Minderjähriger im kirchlichen Bereich
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Internationaler Kongress in Rom

Vom 6. bis 9. Februar 2012 hat in Rom eine internationale Konferenz zum Thema sexueller Missbrauch stattgefunden. Bischöfe und Delegierte von 110 nationalen Bischofskonferenzen sowie 30 Ordensobere haben an diesem Treffen teilgenommen, darunter Bischof Dr. Stephan Ackermann, der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, und Reinhard Kardinal Marx, der Erzbischof von München und Freising. Das Treffen wurde von der Päpstlichen Universität Gregoriana organisiert und stand unter dem Leitwort„Auf dem Weg zur Heilung und Erneuerung“.

Hintergrundinformationen zum Thema sexueller Missbrauch

Papst Benedikt XVI. hat sich mehrfach auf Apostolischen Reisen mit Opfern sexuellen Missbrauchs im Umfeld der katholischen Kirche getroffen. In der nachfolgenden Presseinformation finden Sie Pressestatements von Erzbischof Dr. Robert Zollitsch und Bischof Dr. Stephan Ackermann sowie Erläuterungen zu den von der Deutschen Bischofskonferenz ergriffenen Maßnahmen.
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Bußakt aller deutschen Bischöfe

Nach dem schwierigen vergangenen Jahr für die katholische Kirche in Deutschland setzen die deutschen Bischöfe zum Auftakt ihrer Frühjahrs-Vollversammlung in Paderborn am 14. März 2011 ein sichtbares Zeichen. In einem Bußakt bitten sie gemeinsam um Vergebung und tragen ihre Bitte um einen guten Weg in die Zukunft vor Gott. Der Bußakt erinnert in besonderer Weise an jene Menschen, denen durch sexuellen Missbrauch schweres Leid zugefügt wurde.

Erzbischof Zollitsch

Die am 2. Juni 2010 in den Medien aufgebrachten Vorwürfe gegen den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, sind haltlos. Darauf haben das Erzbistum Freiburg und die Zisterzienserabtei Wettingen-Mehrerau hingewiesen.
Zur aktuellen Meldung vom 3. Juni 2010

Erklärung

Gemeinsame Presseerklärung von Erzbischof Dr. Robert Zollitsch und Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
Zur Pressemitteilung vom 15. April 2010

Anzeigepflicht

Bischof Ackermann zur Frage der Anzeigepflicht bei sexuellem Missbrauch
Zur Pressemitteilung vom 13. April 2010

Pressekonferenz im Vatikan

Statement von Erzbischof Zollitsch, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, nach seinem Gespräch mit dem Papst
Zur Pressemitteilung vom 12. März 2010

Rechtliches Vorgehen

Erklärung des Pressesprechers der Deutschen Bischofskonferenz zum rechtlichen Vorgehen in Fällen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Geistliche
Zur Pressemeldung vom 9. März 2010

Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz

Die deutschen Bischöfe haben auf ihrer Vollversammlung in Freiburg (22. bis 25. Februar 2010) intensiv über Aufklärung und Prävention von Fällen sexuellen Missbrauchs in kirchlichen Einrichtungen beraten und eine Erklärung zu diesem Thema verabschiedet.

Erklärung 
aus Anlass der Aufdeckung von Fällen sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen im kirchlichen Bereich
Zur Pressemitteilung vom 25. Februar 2010

Erklärung der Deutschen Ordensobernkonferenz

Die Deutsche Ordensobernkonferenz (DOK) hat am 26. Februar 2010 eine Erklärung aus Anlass der Vorfälle sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen durch Ordensangehörige veröffentlicht. Wir dokumentieren den Wortlaut.
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Weitere Informationen
  • Statements von Bischof Ackermann
    Alle dokumentierten Äußerungen von Bischof Dr. Stephan Ackermann, dem Ansprechpartner für alle Fragen im Zusammenhang des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger im kirchlichen Bereich in Deutschland, finden Sie zusammengefasst auf einer Seite.